Von Theo Reinartz

NABU Naturschutzstation
Haus Wildenrath e.V.
Nachtigallenweg 8
52511 Geilenkirchen

Telefon: 02451 – 2512

clip_image002

Inhaltsangabe

 01. Deckblatt u Titel Seite: 1

 02. Inhaltsverzeichnis und Vorwort Seite: 2

 03. Vorwort Seite: 3

 04. Biologie des Kiebitzes Seite: 4

 05. Kiebitzbruten im Het Broek Seite: 5 – 9

 06. Störungen im Gebiet Seite: 10

 07. Forderungen für das Gebiet Seite: 11

 08. Vorschläge für das Gebiet Seite: 12

 09. Ziele aus Sicht des Natur- und Artenschutzes Seite: 13

 10. Fazit aus den Beobachtungen 2009 / 2010 Seite: 14

 11. Persönliche Meinung Seite: 15

 12. Nachwort und Danksagung Seite: 16

13. Die Foto – Dokumentation Seite: 17 – 32

03. Vorwort

 

clip_image003Die Erfassung der Kiebitzbruten im Jahr 2010 im Het Broek bei Schinveld dient der Überprüfung der Bestandsentwicklung im Vergleich zur Erfassung im Jahr 2009.

Es soll beurteilt werden, ob bzw. inwieweit die bisherigen Maßnahmen des holländischen Naturschutzes ausreichend oder unzureichend sind!

Wie sensibel das Brutgeschäft der Kiebitze ist, soll auch im zweiten Jahr der Erfassung herausgestellt werden; wirkungsvolle Schutzmaßnahmen sind bereits in der Erfassung von 2009 angesprochen worden.

Der Kiebitz steht hier stellvertretend für die im Gebiet vorkommenden Feld- und Wiesenvögel einschließlich der Limikolen, deren Bestände mehr oder weniger gefährdet sind. (vgl. Rote Liste der gefährdeten Vogelarten)

Theo Reinartz, Geilenkirchen August 2010

 

„Du bist zeitlebens für das verantwortlich,

was du dir vertraut gemacht hast“

(Der kleine Prinz, Saint-Exupery)

 04. Biologie des Kiebitzes

Um das Brutgeschehen des Kiebitzes im Broek und seine Brutbestandserfassung verständlich zu machen, werden im folgenden relevante, brutbiologische Daten und Kriterien der Bestandserfassung gemäß der einschlägigen Literatur dargelegt.

(Quelle: Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands, DDA 2005)

  • brütet in lockeren Kolonien
  • Einzelbruten möglich
  • 1 – 2 Jahresbruten möglich
  • Gelege besteht aus 3 – 4 Eiern
  • Brutdauer 26 – 29 Tage
  • Junge mit 35 – 40 Tagen flügge
  • Männchen und Weibchen brüten und führen
  • Nistrevier mit Aufzuchtrevier nicht immer identisch
  • Hauptlegezeit der Erstbrut A 4 bis M 4
  • Jungvögel ab E 4
  • Brutverdacht: zweimalige Feststellung eines Paares im Abstand von mindestens 7 Tagen, davon eine E 3 bis A 5
  • Brutnachweis: insbesondere brütende Altvögel; verleitende Altvögel; Junge führende Altvögel. Nach Möglichkeit den Bestand anhand von brütenden Altvögeln ermitteln; bei Zählung der Altvögel Geschlechtertrennung vornehmen.

clip_image005

clip_image00605. Kiebitzbruten im

Het Broek

 

 

Beobachtungen der Kiebitze im Het Broek im Jahr 2010

Datum Wer / Wie / Wo / Was und sonstige Informationen

21.02.2010 Ein Kiebitz im Het Broek, Beobachter Peter Eussen, Daten aus dem

Internet „Limburgse Vogels“ entnommen.

25.02.2010 Ein Kiebitz nach Westen fliegend, Beobachter Hans Bommer und

Armin Teichmann.

02.03.2010 Beobachtung von 9 Kiebitzen durch Peter Eussen, Daten aus dem

Internet „Limburgse Vogels“ entnommen.

07.03.2010 Franz Oschmann beobachtet im Het Broek ca. 40 – 50 Kiebitze!

Franz Oschmann erinnert per Mail NM bzw. Herrn Habets und Frau Jasper, die problematischen Wege zu sperren,

20.03.2010 Theo Reinartz beobachtet im Het Broek 3 Kiebitze, die auch im Gebiet

landen und sich dort aufhalten.

Ein Besucher nutzt den Eingang am Flugfeld und läuft wieder durch das Brutgebiet. Mail an Franz Oschmann mit der Bitte, NM noch einmal für eine ausreichende Sperrung der Wege zu veranlassen.

27.03.2010 Wil Quaedackers hat im Het Broek 11 Kiebitze gezählt.

clip_image007

Theo Reinartz beobachtet im Het Broek 5 Kiebitze! Die Kiebitze versuchen, die Rabenkrähen zu vertreiben.

Fünf Besucher laufen über den Weg der Eschenbaumreihe!

Eine Katze streift durch das Het Broek!

Natuurmonumenten hat das gleiche Schild am Beobachtungspunkt am Flugfeld aufgestellt, Fotos gemacht: d.h. die Wege durch das Brutgebiet sind immer noch offen bzw. nicht gesperrt.

02.04.2010 Theo Reinartz beobachtet im Het Broek 7 Kiebitze!

Dazu kommt die Beobachtung eines frei laufenden Hundes im Het Broek, es werden Belegfotos gemacht!

Theo Reinartz spricht den Hundehalter darauf an, es scheint, dass der Hundehalter das Schild von NM nicht gelesen hat!

Eine Besuchergruppe nutzt den Weg ab dem Leiffender Hof, verläuft sich bzw. versucht dem Morast auszuweichen. Dabei kommen sie so weit vom Weg ab, dass sie quer durch das Het Broek laufen bis zum Ende der Eschenbaumreihe.

03.04.2010 Theo Reinartz beobachtet im Het Broek 5 Kiebitze!

Die Kiebitze versuchen, die Rabenkrähen im Gebiet zu vertreiben.

Ein Besucherpaar läuft den Eschenbaumweg entlang.

05.04.2010 Theo Reinartz beobachtet im Het Broek ca. 6 – 8 Kiebitze

Insgesamt laufen sechs Besucher quer durch die Kernzone und acht

Besucher mit drei Hunden nutzen den Eschenbaumweg. Es war viel

Freizeitbetrieb. Es werden Belegfotos gemacht! Eine erste Brut wird rechts vom Graben, weit im Het Broek hinein, festgestellt; bis zum

01.05. d.h. 26 Bruttage!

10.04.2010 Theo Reinartz beobachtet im Het Broek ca. 6 – 8 Kiebitze. Zwei weitere Bruten werden links vom Graben festgestellt, diese liegen allerdings nur ca. 1 – 2 Meter auseinander, bis 01.05. d.h. 21 Bruttage!

Auch liegen diese Bruten nur ca. 10 – 30 Meter vom Eschenbaumweg

entfernt, d. h. diese Bruten sind der Gefahr massiver Störungen durch

Besucher und Hunde ausgesetzt.

clip_image008Die Brut rechts vom Graben, weit im Het Broek hinein ist der Gefahr, durch die Hochlandrinder zertreten zu werden, ausgesetzt. Es sind zur Zeit 25 Rinder im Het Broek und z.T. nahe an der Brut dran. Hier ist ein anderer Beweidungstermin dringend nötig.

Drei Besucher mit Hund laufen durch die Kernzone, dabei werden vier Kiebitze aufgescheucht, Belegfotos werden gemacht.

11.04.2010 Hans Bommer teilt mir mit, dass Ger de Hoog am 09.04.201 im Internet

7 – 11 Kiebitze gemeldet hat.

13.04.2010 Wil Quaedackers hat im Het Broek mit einem Blick 11 Kiebitze gezählt, er schätzt den Bestand auf 12-14 Kiebitze!

Er hat ebenfalls am St. Janshof einen kleinen Kiebitzbestand gesehen!

17.04.2010 Theo Reinartz kontrolliert die drei Bruten, die aktuell noch alle da sind.

Es werden insgesamt ca. 10 – 12 Kiebitze festgestellt, es wird viel aufgeflogen. Von NM ist ein neuer Orientierungspfahl im Het Broek aufgebaut worden, trotzdem verlieren die Besucher die Orientierung. Eine Besuchergruppe nutzt den Weg und kehrt anschließend um, der mitgeführte Hund war nicht angeleint bzw. nutzt das Brutgebiet als Auslauf. Es wurden Belegfotos gemacht!

Gut ist, dass viel weniger Rinder im Het Broek sind, nur noch 10 Stück.

Eine Hauskatze streift durch das Het Broek. Die Kiebitze zeigen starkes Abwehrverhalten auf Rabenkrähen und Mäusebussard.

25.04.2010 Alle drei Bruten noch im Gebiet vorhanden!

Die Kiebitze waren sehr unruhig, flogen oft vom Nest auf.

Wieder 25 Hochlandrinder im Brutgebiet. Viele Besucher waren mit nicht angeleinten Hunden unterwegs!

01.05.2010 Die Bruten 1-3 sind nicht mehr zu sehen! Es sind an diesen Stellen auch

keine Alttiere zu beobachten, die u.U. Jungtiere beschützen!

Eine 4. Brut entdeckt, ca. 5-10 m rechts vom Graben, gut zu sehen mit dem Spektiv! Es handelt sich um ein Nachgelege, bis zum 16.05. d.h. 16 Bruttage!

clip_image009

Es waren wieder 25 Hochlandrinder im Het Broek; sie stellen eine Gefahr für die Bruten dar!

02.02.2010 Die Bruten 1 – 3 sind nicht mehr zu sehen, wie gestern bereits! Die vierte Brut wird von uns als „Nachgelege“ bewertet! (Definition nach den Angaben im Methodenhandbuch Brutvögel Deutschlands)

Wil Quaedackers hat heute „ein Jungtier“ entdeckt, ca. 50 m vor dem

Graben, Ende Eschenbaumweg! Ebenso hat er am 01.05. auf einen Blick 10 Kiebitze festgestellt.

Insgesamt nutzen 5 Personen den Weg an den Eschenbäumen vorbei ins Gebiet, es wurden Belegfotos gemacht.

08.05.2010 Brut 4: das „Nachgelege“ ist noch vorhanden, brütendes Tier allerdings

sehr unruhig!

Zwei Jungtiere, links vom Graben auf Höhe des alten Eisenpfahls, ca. 5 Meter davon entfernt entdeckt! Die Kiebitze zeigen ein starkes Abwehrverhalten gegenüber Rabenkrähe und Graureihern.

Es sind 35 Hochlandrinder im Het Broek, der flexible Zaun wurde entfernt.

16.05.2010 Brut 4: das „Nachgelege“ ist nicht mehr vorhanden nach ca. 16 Tagen

der Brut! Nur noch 5 ad. Tiere gezählt, d.h. weniger Tiere als vorher und keine Jungtiere zu beobachten.

Es wurden sehr schlechte Hinweisschilder angebracht, dazu noch mit den falschen Angaben zur Sperrung der Wege!

Ein nicht angeleinter Hund läuft wieder auf der Höhe des Hügels durch den vorderen Teil des Het Broeks! Ein Besucher läuft erneut den Weg an der Eschenbaumreihe entlang, sehr viel Flug- und Freizeitbetrieb heute!

Da die Kiebitze Rabenkrähen u. Mäusebussarde attackieren, vermute ich, dass noch Jungtiere da sind!

18.05.2010 Ein primitives Schild zur Sperrung des Weges ist angebracht worden,

die Sperrzeiten sind völlig unsinnig!

Der Weg an der Eschenbaumreihe ist immer noch offen wo heute auch

wieder ein Besucher läuft.

Das „Nachgelege“ vom 01.05. ist nach 16 Bruttagen nicht mehr

da, ein Mäusebussard und Rabenkrähen werden von Kiebitzen attackiert, das lässt vermuten, dass noch Jungtiere da sind.

Ein nicht angeleinter Hund läuft auf der Höhe des Hügels durch die Fläche des Het Broeks. Nur noch 5 ad. Tiere gezählt, d.h. weniger ad. Tiere als bei den letzten Beobachtungen, keine juv. Tiere gesehen.

22.05.2010 Wil Quaedackers meldet 2 juv. Kiebitze am Leiffenderhof in der Nähe

der Viehgatter!

23.05.2010 Ein Weibchen beim Hudern der Jungtiere beobachtet. Das Hudern und

der Aufenthaltsort der jungen Kiebitze ist an den Viehgattern bzw. genau auf dem besonders strittigen Weg! (siehe Foto)

Die Jungtiere werden auf ca. 2 bis 3 Wochen alt geschätzt.

Fünf Besucher mit „drei nicht angeleinten Hunden“ nutzen den Weg an der Eschenbaumreihe, die Hunde laufen auch ins Gebiet hinein.!!!

Weiterhin laufen drei jugendliche „Vogelbeobachter“ mitten durch das Het Broek. Von allen Störungen wurden Belegfotos gemacht.

30.05.2010 Keine Beobachtung von Jungtieren! Die Kiebitze (6-8 Tiere) zeigten

aber ein starkes Abwehrverhalten gegenüber den Rabenkrähen. Damit liegt die Vermutung nahe, dass noch Jungtiere da sind. Wegen der hohen Vegetation ist eine Beobachtung von juv. Kiebitzen z.Z. schwierig!

07.06.2010 Das Het Broek ist von den adulten Kiebitzen bereits verlassen worden. Heute nur noch ein Paar mit drei flugfähigen Jungtieren gesehen! Jugendliche nutzen die Wege durchs Het Broek und Gangelter Bruch als Motorcross – Strecke!

12.06.2010 Keine Kiebitze mehr im Gebiet bzw. Gebiet verwaist. Jugendliche

nutzen die Wege wieder als Motocross – Strecke!

clip_image010

 06. Störungen im Gebiet

Auch in diesem Jahr wurden wieder massive Störungen festgestellt, die das Brutgeschäft erheblich in Gefahr bringen! Durch die Wegeführung, aber auch durch die neue Beschilderung werden die Besucher nach wie vor aufgefordert, durch das Gebiet zu laufen. Die angebrachten Schilder zur Sperrung des Gebietes sind insoweit ineffektiv, als sie unauffällig sind, und auch noch einen falschen Zeitraum der Sperrung nennen.

Zudem können viele Schilder von den Besuchern nicht ausreichend verstanden werden, weil sie unprofessionell sind und teils verwirrende Angaben enthalten.

An Störungen wurden festgestellt:

  • Besucher, die die Wege durch die Kernzone nutzen, oft ohne Orientierung!
  • Freilaufende Hunde, aber auch eine Katze
  • Hoher Beweidungsdruck durch viele Hochlandrinder während der Brutzeit!

Siehe auch den Artikel „Gassigehen gefährdet Vögel“ in der Fotodokumentation!

Die beiden Pfade stören die Bruten extrem, nämlich der nördlich des Leiffender Hofes verlaufende Pfad sowie der Pfad entlang der Eschenbaumreihe (parallel zum Rode Beek) und über den Rodebach führend!

Wenn Besucher auf diesen Wegen ihre Hunde auch noch frei laufen lassen, dann hat dies eine fatale Wirkung auf die Bodenbrüter. Diese Störungen können bis hin zur Aufgabe der Bruten führen!

07. Forderungen für das Gebiet

 Nach der Erfassung im Jahr 2009 und 2010 werden für das Gebiet folgende Forderungen gestellt:

  • Schließung der beiden Pfade: für den Natur- und Artenschutz die beste Lösung!
  • Mindestens eine Sperrung der Pfade vom 01.03. bis zum 31.07. eines jeden Jahres!
  • Im Zentrum des Brutgebietes keine Beweidung mit Hochlandrindern in der Zeit vom

01.03 bis zum 31.07 eines jeden Jahres!

  • Professionelle Hinweisschilder, die vom Besucher auch gelesen und zur Kenntnis genommen werden und die zu den vorhandenen Schildern passen!
  • Eindeutige Absperrung der Wege, die vom Besucher auch nicht missverstanden werden kann!

08. Vorschläge für das Gebiet

Für das Gebiet möchte ich auch noch einige Vorschläge machen, um das Gebiet für Besucher und auch den „Vogelbeobachter“ attraktiver zu machen!

Es sollte nicht vergessen werden, dass die Brutvögel den Reiz des Gebietes ausmachen, das ist in vielen anderen Gebieten bereits erkannt worden!

  • Intelligente Wegeführung um das Brutgebiet Het Broek!
  • Ein hoher (1,5 m) Aussichtspunkt am Anfang der Eschenbaumreihe- oder auf der Höhe der Teiche! Dann könnte der Besucher auf die Teiche und ins Het Broek die Beobachtung richten.
  • Den Beobachtungsstand am Flugfeld ebenfalls um 1,5 m erhöhen, die Höhe ermöglicht ein besseres Beobachten im Gebiet!
  • Hinweistafel zu den vorhandenen Vögeln und deren Schutz!
  • Erstellung eines Flyers für Vogelbeobachter mit der Wegeführung und den Vögeln, die tatsächlich im Gebiet vorkommen.
  • Eine Ausstellung zu den Vögeln und der Natur im Gebiet in den Infozentren!

Hier besteht die Chance im Jahr der Artenvielfalt 2010 aktiven Artenschutz an der Basis umzusetzen!

09. Ziele aus Sicht des Natur- und Artenschutzes

  • Schließung der beiden Pfade: für den Natur- und Artenschutz die beste Lösung! Damit würde dann auch Ruhe ins Gebiet kommen für die Zug- und Rastvögel und für die durchziehenden Nahrungsgäste.

Diese sind nämlich ebenfalls auf ein ruhiges und störungsfreies Rastgebiet angewiesen, um nötige Nahrungsreserven für den Weiterflug aufzubauen.

 

  • Eine Anlage von ca. 2 -3 Blänken in den Bereichen der natürlichen Bodensenken. Das würde das Gebiet u. a. für die Limikolen noch attraktiver machen.
  • Eine stellenweise Verringerung der Viehdichte auf den Flächen. Dies vermindert die Gefahr, dass Bruten zertreten werden. Auf jeden Fall ist ein anderer Beweidungstermin zu wählen.
  • Anstauen des Wassers im Graben, was dann zu einer Vernässung des Gebietes führen würde. Somit würde dann eine klassische Feuchtwiese entstehen: ein idealer Lebensraum für Kiebitze!
  • Anstauen des Ruscherbachs; damit ließe sich eine großflächige Vernässung des Gebietes erreichen bzw. die Bildung von Feuchtwiesen!
  • Nach den Maßnahmen ein Monitoring zu den Vögeln des Offenlandbereiches!

10 Fazit aus der Beobachtung von 2009 und 2010

Ich möchte hier noch mal auf meine Ausführungen im Jahr 2009 hinweisen:

diese sind nach wie vor eine aktuelle Forderung!

Im Jahr 2009 waren direkt vier Bruten vorhanden! In diesem Jahr waren bis Mitte / Ende April nur drei Bruten zu zählen. Eine vierte Brut wird am 01.05. entdeckt. Hier kann davon ausgegangen werden, dass es sich um ein „Nachgelege“ handelt! Ein früher Verlust eines Geleges hat offensichtlich zu diesem Nachgelege geführt.

Die Neigung des Kiebitzes, Nachgelege zu produzieren, ist von der Qualität des Brutgebietes und sicherlich auch vom Zeitpunkt des Gelegeverlustes abhängig! Dieses Nachgelege war nur bis zum 16.05.10 vorhanden d.h. nur 16 Bruttage. Bei einer durchschnittlichen Brutdauer von ca. 26 – 29 Tagen ist davon auszugehen, dass auch dieses Gelege zerstört wurde.

Die Vermutung liegt nahe, dass in diesem Jahr 3 Jungtiere im Gebiet groß geworden sind! Das ist kein Grund, die aufgeführten Missstände weiter zu tolerieren. Um den Bestand des Kiebitzes zu sichern, werden pro Kiebitzweibchen mindestens 1,3 Jungtiere gerechnet. Bei den vier Brutpaaren wären das 5,2 Jungtiere!

Es sind aber nur drei Jungtiere groß geworden, und das ist bei den Störungen in diesem Jahr wohl als „glücklicher Umstand“ zu werten. Es sind also 2,2 Tiere zu wenig, im letzten Jahr war es ein Totalverlust aufgrund der Störungen!

Zu dieser Berechnung ist noch anzumerken, dass von 11-12 anwesenden geschlechtsreifen Altvögeln in der mittleren Brutzeit nur max. 8 Alttiere (= 4 Brutpaare) am Brutgeschehen beteiligt waren. Dieses relativ schlechte Ergebnis kann ebenfalls als Indiz für erhebliches Störungspotential gewertet werden.

Damit dürfte klar sein, dass die Kiebitze und die anderen Vögel des Offenlandes, z.B. die Feldlerche, eine „ruhige Kernzone“ zum Brüten dringend benötigen. Der einfache Spaziergänger wird die problematischen Wege nicht vermissen, wenn er durch eine sinnvolle Wegeführung um das Gebiet geführt wird.

Für den Besucher ist das kein Verlust, für die Vogelwelt sind die Verluste an Jungtieren oder mangelndem Brutplatz erheblich! Durch Mut zum Naturschutz kann für die Natur und die Vögel viel erreicht werden.

Dringender Handlungsbedarf gegen die zunehmende Verbuschung ist nach wie vor ebenfalls eine wichtige Forderung.

11. Persönliche Meinung

Die von mir aufgestellten Forderungen sind nicht unmöglich oder gar mit Geldern in nicht kalkulierbarer Höhe verbunden!

Erfolgreiche Bruten von Kiebitzen und den anderen Wiesen- und Feuchtgebietsvögeln gehören zum „Aushängeschild“ des Het Broeks bzw. Gangelter Bruchs wie kein anderer Umstand!

Durch „guten Willen“ und ehrlichen Naturschutz kann durch die von mir genannten kleinen Veränderungen für die Natur und die Vögel viel erreicht werden.

Das Jahr 2010 hat die UN zum Jahr der „Artenvielfalt“ ernannt.

Hier besteht jetzt die Chance, den Schutz der Arten an der Basis umzusetzen.

Durch die von mir aufgezeigten Lösungen gewinnen die Menschen, die Natur und die Vögel mehr „Lebensqualität“ und die Attraktivität des Gebietes wird erheblich gesteigert.

12. Nachwort und Danksagung

Nach der Erfassung in 2009 / 2010 sind die Datenlage und die daraus resultierenden Erkenntnisse eindeutig! Ich hoffe, dass die von mir angesprochenen Forderungen und Vorschläge für das Gebiet umgesetzt werden.

Nach der Erfassung in diesem Jahr hoffe ich sehr, dass die „Lösungsmöglichkeiten“ endlich umgesetzt werden, für Mensch und Natur!

Andere Gebiete haben den „Wert ihrer Vögel“ erkannt z.B. die Krickenbecker Seen, die Rieselfelder Münster, der Niederrhein mit seinen Gänsen. Die Vögel werten die Gebiete auf und machen es für den Besucher noch attraktiver!

Der Mensch schützt nur das, was er kennt: er soll die Vögel im Gebiet kennen lernen, um die Natur dann zu schützen. Mit den von mir aufgezeigten Lösungen ist das möglich für Mensch, Natur und die Vögel.

Vielleicht könnte durch eine ungestörte Brutmöglichkeit der Kiebitz zur „Leitart“ des Het Broek / Gangelter Bruch werden. Es wäre schön, wenn der Kiebitz nicht nur auf Schildern anwesend wäre.

Hier wird klar der Appell geäußert, wirklichen Natur- und Artenschutz zum Wohle der Vogelwelt umzusetzen! Das Jahr 2010 ist auch das Jahr der Artenvielfalt!

Für Anregungen, Verbesserungen, Kritik und Fragen bin ich immer offen. Diesbezüglich bitte ich darum, den Kontakt mit mir zu suchen.

Besonderer Dank gilt Herrn Hans Georg Bommer aus Übach – Palenberg. Durch seinen Sachverstand und Erfahrungsschatz war er mir auch in diesem Jahr wieder eine wertvolle Unterstützung.

Die Erfassung der Kiebitze im Het Broek / Gangelter Bruch erfolgte auf freiwilliger und ehrenamtlicher Basis.

Geilenkirchen den, August 2010

Theo Reinartz

13. Die Foto – Dokumentation, Kiebitze Het Broek 2010

clip_image011

Falsche Beschilderung am Wanderweg durch das Het Broek!

clip_image012


clip_image013

Der falsche, irreführendeText über die Wiesenvögel / Kiebitze!

Es ist eine Einladung, trotzdem mit dem Hund ins Gebiet zu gehen! Das sind Störungen, die Kiebitzbruten nicht vertragen!

Fotos: 20.03.2010

Damit haben die Kiebitze keine Chance, ihren Nachwuchs groß zu bekommen!!!


clip_image014

Die gleiche falsche Beschilderung am Beobachtungspunkt am Flugfeld. Fotos: 28.03.2010

 

clip_image015


clip_image016

Ein Hund kommt aus der Kernzone gelaufen am 02.04.2010

clip_image017

 

Besucher laufen durch die Kernzone / Brutgebiet am 05.04.2010

clip_image018clip_image019

Besucher laufen durch die Kernzone / Brutgebiet am 10.04.2010

clip_image020

Artkarte Kiebitz am 10.04.2010

clip_image021

Eine Besuchergruppe mit Hund (freilaufend) nutzt den Weg durch das Brutgebiet. Fotos vom 17.04.2010


clip_image022

Die Gruppe hat die Orientierung verloren und läuft den Weg mit freilaufendem Hund zurück!

clip_image024

Die aktuelle Entwicklung des Kiebitzes, Abnahme des Bestandes um 50 % !!!!


clip_image025

Sichtung von 2 juv. Kiebitzen am 08.05.2010

clip_image026

Artkarte Kiebitz vom 10.05.2010

clip_image027

Handelt es sich nicht tatsächlich vielmehr um ein „Naturschutzgebiet“ als um einen „Park“!!! In einem „Naturschutzgebiet“ müssen auch die Natur, und die Vögel des Offenlandbereichs ihre Existenzberechtigung haben!

 

Die Sperrung der Wege muss konkret vom 01.03 bis zum 31.07. eines jeden Jahres erfolgen. Nur dann ist ein sicheres Brüten der Kiebitze und der anderen Vögel des Offenlandbereiches möglich!

 

Neben dem „touristischen Bewusstsein“ sollte sich auf beiden Seiten auch das „Bewusstsein für die Natur“ durchsetzen.

 

Natur kann keine Kulisse für den Tourismus sein!

clip_image028

Aus dem Magazin „Vögel“ Heft 01 / 2008

clip_image029

16.05.2010: entdecktes Schild am Eingang Leiffender Hof, dazu mit einem völlig falschen Zeitraum für die Sperrung!

clip_image030

clip_image031

16.05.2010: Schinveld, die gleichen unmöglichen Hinweisschilder!

 

clip_image032

Die Schilder sind unprofessionell; sie werden von niemandem gelesen bzw. zur Kenntnis genommen.

 Ein Besucher nutzt am 16.05.10 den Weg der Eschenbaumreihe!

 Am gleichen Tag läuft ein nicht angeleinter Hund auf der Höhe des Hügels durch den vorderen Teil des Het Broeks!

clip_image033

Störungen am 23.05.10 im Gebiet, fünf Besucher mit drei freilaufenden Hunden.

clip_image034

Drei jugendliche „Vogelbeobachter“, die mitten im Brutgebiet Het Broek stehen!

clip_image035

clip_image036

Am 23.05.10 beobachtet, wie ein Kiebitzweibchen ihre zwei Jungtiere hudert; das ist am Ende der Viehkoppeln, bzw. genau auf einem der kritischen Wege!

clip_image037

Die meisten adulten Tiere haben das Het Broek bereits geräumt. Ein Paar mit drei juv. Kiebitzen wurde noch am 07.06.2010 gesehen!


clip_image038

clip_image039

Der Kiebitz, ein Vogel des Het Broek, des Gangelter Bruch!!!

clip_image040

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen?

Das könnte Sie auch interessieren:

Unerwartete Begegnung im Kalkmoerasgebiet

Unerwartete Begegnung im Kalkmoerasgebiet Ein Bericht von Uwe Huchel Unmittelbar am NSG in Schalbruch wurde in den Niederlanden eine große künstliche Wasserfläche angelegt. Umgeben von

Zusammenarbeit mit APT Aluminium in Gangelt

Zusammenarbeit mit APT Aluminium in Gangelt Schon seit einiger Zeit engagiert sich die Geschäftsleitung von APT Aluminium in allen Unternehmensbereichen für mehr Nachhaltigkeit. So war