Wer dieses einzigartige Naturschauspiel noch erleben möchte, sollte sich sputen - Perl(en)bachtal - 11.04.´12.
Millionen wilder Narzissen verwandeln die Talwiesen im NSG Perlenbach- und Fuhrtsbachtal bei Monschau zurzeit in ein gelbes Blütenmeer.
... kommt in Deutschland nur in der Rur-Eifel und im Hunsrück vor. Die abgelegenen Bachtäler wurden seit dem 12. Jh. mehr als 600 Jahre lang zur Heugewinnung genutzt. Mit den sog. Flüxgräben wurden die Wiesen im Vorfrühling mit schwebstoffreichem Bachwasser gedüngt.
Durch die späte Mahd im Juli blieben die narzissenreichen Bärwurzwiesen, Feuchtwiesen und arnikareichen Borstgras-Rasen über Jahrhunderte erhalten. Weil die Heuernte nicht mehr lohnte, wurden ab etwa 1950 viele Talwiesen mit Fichten aufgeforstet. Mit den dunklen Schatten und der dichten Nadelstreu verschwand die bunte Pracht und mit ihr natürlich auch die Vielfalt licht- und wärmeliebender Schmetterlinge, Käfer, Vogel ...;
Ende der 1980er - Jahre wurde damit begonnen, die Fichten zu entfernen und so die blumenbunten Feuchtwiesen wieder zu beleben (hier: Pestwurz),
etwa 360 Arten von Farn- und Blütenpflanzen (hier: Lungenkraut),
70 Moosarten,
Kolbenbärlapp (Rote-Liste-Art),
Huflattich,
Buschwindröschen,
Sumpfdotterblume,
 Schlangen-Knöterich - seine Blütenstände werden später Schmetterlinge, Schwebfliegen, Bienen ... anlocken,

(roter) Holunder,

 (roter)  Holunder … erschienen wieder „wie aus dem Nichts“,

neuer Lebensraum für etwa 45 Weichtierarten (Schnecken, Muscheln ...), 35 Tagfalter- und mind. ein Dutzend Libellen-, 7 heimische Fischarten, Bachneunauge, 9 Amphibien- und Reptilienarten, über 80 Vogel- und mehr als 40 Säugetierarten entstand.
Von diesen Arten sind über 120  in NRW vom Aussterben bedroht,
von der Flussperlmuschel (namengebend für das Bachtal)) existieren wohl nur noch 7 Exemplare (deswegen hier leider, aber natürlich, nur ein Modell).

 

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