Honigbiene 2

Bienen bestäuben Obstbäume, klar. Ohne Bienen keine Früchte. Als fleißige Blütenbestäuberin hat sich die Honigbiene einen glänzenden Ruf erworben. Nur wenige Menschen kennen allerdings ihre kleinere, einzelgängerische Schwester, die Wildbiene. Honig liefert die unauffällige Verwandte nicht, doch die Blüte und Farbenpracht in unseren Gärten hätte ohne sie keine Chance. Die Einzelgängerin nistet in hohlen Pflanzenstengeln, Hohlfraßgängen und anderen Mietwohnungen in der Natur. In Deutschland gibt es 500 verschiedene Wildbienenarten.

rote Mauerbiene

rote Mauerbiene

Mauerbiene

Seit einigen Jahrzehnten stellen Wildbienenforscher vom NABU einen starken Rückgang der sogenannten solitär lebenden Bienen und Wespen fest. Ursachen sind zum einen Umweltgifte, zum anderen Beseitigung geeigneter Nistplätze.

Insektenhotel 2

Jeder Gartenbesitzer, der im Herbst saftiges Obst liebt, kann den bedrohten “Singles” bei der Nistplatzsuche mit angebohrten Holzklötzen, Bienensteinen, hohlen Pflanzenstengeln oder alten Lochdachziegeln unter die Flügel greifen. Gerade im Frühjahr krabbelt die dunkelbraune Mauerbiene ans Tageslicht und sucht nach passenden Kinderstuben. An Weidenkätzchen, Veilchen und anderen Frühlingsblumen sammelt Mutter Wildbiene Blütenstaub und Nektar. Futter und Eier legt sie in selbstgemörtelte Brutzellen , leimt einen festen Deckel drauf und fertig ist die Bienenwiege.

Goldwespe
Goldwespe

Aber kaum liegen die Bienenlarven im Nest, naht auch schon der Feind: Die wunderschöne metallisch glänzende Goldwespe. Etwa 60 Golwespenarten leben in Mitteleuropa. Die Weibchen dringen in Bienennester der verschiedenen Wildbienenarten ein und legen dort ihre Eier. Gegen Bienenstiche sind sie schwer gepanzert. An dem Panzer gleitet der Stachel der Angreifer ab. Die Golwespenart Chrysis dichroa legt ihre Eier in die Brutkammer einer Mauerbiene. Die ausschlüpfende Wespenlarve verhält sich ruhig und lässt die Bienenlarve fressen. Erst wenn diese groß und fett ist, bringt sie sie um und frisst sie auf.

Ein vorbildlicher Naturgarten. Heimat nicht nur für die Wildbienen! Auch dem Gartenrotschwanz würde es hier gefallen!
Ein vorbildlicher Naturgarten. Heimat nicht nur für die Wildbienen! Auch dem Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres 2011) würde es hier gefallen! (Quelle: NABU)

Natürlich dürfen im Garten nicht die entsprechenden Wildblumen zur Nahrungsversorgung der Wildbiene vergessen werden, denn viele Wildbienenarten sind an Nesseln, Malven, Glockenblumen, Fetthenne und Wicken als Nahrungsquelle gebunden. In Balkonkästen sind besonders Stauden wie die Zwiebelgewächse Krokus und Narzisse interessant; später blühen Glockenmblume, Dornige Hauhechel, Witwenblume, Margerite und Schwertalant.

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