Aus der Singvogelpflegestation

Ein Bericht von Silke Beckers

In diesem Jahr habe ich 581 (!!) Vögel aufgenommen. Aufgrund der großen Menge der hilfsbedürftigen Vögel hatte ich in diesem Jahr ein kleines aber feines Team ehrenamtlicher Helfer, die mich mit den Singvögeln unterstützt haben. Anders wäre es bei der Menge auch nicht machbar gewesen.

Viele Vögel konnten wieder in die Wildbahn zurück, aber natürlich sind auch einige kurz nach der Aufnahme verstorben. Zusätzlich habe ich viele Finder telefonisch beraten, so dass der Vogel zu seinen Eltern zurückgeführt werden konnte, bzw. dort verbleiben konnte und erst gar nicht zu mir gebracht werden musste.

Während der zweistelligen Minustemperaturen im Februar 2021 kamen etliche geschwächte Vögel, die durch Eis, Kälte und Schnee in diverse Notlagen geraten sind. Damit startete die Saison 2021 untypisch früh.

In diesem Jahr hatte ich wieder sehr viele junge Spatzen. Anders als in den letzten heißen Sommern waren diese aber in diesem Jahr in sehr gutem Zustand. Ich habe oft frisch geschlüpfte Tiere bekommen, die vermutlich aufgrund der kühlen Temperaturen und dem Insektenmangel als schwächste Küken „aussortiert“ wurden. Diese Küken sind meist, sofern keine inneren Verletzungen durch den Sturz vorlagen, problemlos groß geworden.

Die Meisen hatten kein gutes Jahr. Viele Tieren hatten eine Infektion und mussten behandelt werden. Wenn die Infektion noch am Anfang war, ließ sich das gut behandeln. Wenn aber ein Punkt überschritten war und die Tiere zu spät gefunden wurden, kam meist jede Hilfe zu spät.

Ein hartes Jahr hatten aber auch die Mehlschwalben . Aufgrund des regnerischen Sommers hatten sie mit Insektenknappheit zu kämpfen. Und in der Zeit des Starkregens sind viele Schwalbennester abgestürzt, die durch den Regen aufgeweicht wurden und dann abgebrochen sind. Die Schwalben die den Sturz aus mehreren Metern überlebt haben und hierher gebracht wurden, sind aber auch fast alle ausgeflogen.

In diesem Jahr hatte ich ein paar seltenere Gäste: zwei Feldlerchen, eine Waldschnepfe, eine Haubenmeise, zwei Misteldrosseln, eine Tannenmeise, einen Austernfischer und einen Trauerschnäpper. Darüber hinaus waren auch Bluthänflinge, Spechte und ein Wintergoldhähnchen zu Gast.

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen?

Das könnte Sie auch interessieren:

Erster Einsatz im neuen Jahr

Erster Arbeitseinsatz im Neuen Jahr Der erste Arbeitseinsatz in 2026 fand bei bestem Wetter in Gangelt statt. Erneut erhielten Kopfweiden von diesmal fünfzehn fleißigen Naturschützern

Steinkauzschutz in Aktion

Erstes Treffen der Steinkauzgruppe Der Steinkauz zählt in Deutschland zu den gefährdeten Brutvogelarten (Grüneberg et al. 2015). Der größte Teil des deutschen Brutbestandes (7.500 –

Gedenken an Elke Grothe

Baumpflanzaktion in Gedenken an Elke Grothe Der Vierkanthof der Familie Grothe in Gangelt-Langbroich war viele Jahre lang ein willkommener Anlass, um allen Helfern, Förderern und