Ein Weißstorch und noch andere Pfleglinge in der Greifvogel- und Eulenpflegestation

Eigentlich nehme ich nur Greife und Eulen zur Pflege auf, aber diesen Patienten konnte ich nicht ablehnen!

Gestern Abend bekam ich einen Anruf von Franz O., dass er einen Weißstorch in Mindergangelt auf einer Pferdekoppel gesehen hat. Er sagte mir, dass der Storch auch dann nicht wegfliegen würde, wenn man ganz dicht an ihn herantrete. Für ein wildes Tier eine eher eigenartige Verhaltensweise. Da konnte etwas nicht stimmen! Also setzte ich mich ins Auto und habe diesen Weißstorch mit einem großen Kescher gefangen, um ihn in der Greifvogel-und Eulenpflegestation aufzupeppeln. Zuerst wurde der Storch mit Traubenzuckerlösung, später dann mit Wasser versorgt. Da bei unterernährten Tieren oft eine Dehydrierung vorliegt. Danach habe ich ihm mit Hilfe meiner Tochter noch ein Küken in den Schlund geschoben. Ich war mir fast sicher, dass der arme Vogel blind sei, da er keinerlei Reflexe zeigte, wenn man mit der Hand vor seinen Augen hantierte. Heute jedoch zeigte er mir ganz deutlich, dass er nicht blind ist! Mittlerweile ist er recht gut drauf und hat heute schon die ersten 5 Küken hintereinander gefressen und zielgenau danach gepackt und dabei die Küken so im Schnabel gedreht, bis er sie herunterschlucken konnte. Ein Beweis dafür, dass er gut sehen kann. Außerdem hat er ganz gezielt Grashalme angepickt und diese scheinbar auf ihren Nährwert hin untersucht. Er wird in den nächsten Tagen sicherlich noch mehr Nahrung zu sich nehmen!

Ebenfalls habe ich heute 3 Turmfalken freigelassen, die jetzt noch einige Tage bei mir umherfliegen und auf der Schafwiese mit Futter versorgt werden, welches ich nach und nach  absetzen werde, sprich sie entwöhne. Dann werden sie sich auf die Suche nach einem geeigneten Lebensraum machen (Bilder, siehe den Bericht vom 18.6.2016). Zwei Bussarde sitzen noch in der Voliere, die ebenfalls kurz vor der Freilassung stehen. Eine Schleiereule werde ich zurück zu ihrem Nistkasten bringen, wo sie im Adoptionsverfahren von der eigenen Mutter auf das Leben in der Freiheit vorbereitet wird (Bilder der Eule sind auch im Bericht vom 18.6.2016 zu sehen).

Hier einige Bilder:

Der Weißstorch in Mindergangelt

Storch 1

Storch 2

In der Pflegestation:

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Er greift ganz gezielt nach dem Futter!

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Gar nicht so einfach, einen solchen Happen hinunterzuschlucken!

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Geschafft, und für heute satt!

Die Mäusebussarde: Den weißen Bussard habe ich auf meiner Schafswiese eingefangen. Er hatte eine kleine Verletzung, in der die Fliegen schon ihre Eier abgelegt hatten. Er ist durch ein Gewitter aus dem Nest gefallen, wie so viele seiner Artgenossen! Nach deren Entfernung mussten dann noch lästige Blutsauger (Lausfliegen) aus dem Gefieder gesammelt werden. Es geht ihm gut und er kann bald zurück in die Freiheit!

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Dieser Jungvogel ist ebenfalls durch ein Gewitter aus dem Nest gefallen! Auch er wird bald frei sein!

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Es macht einfach Freude, diesen Tieren helfen zu können!

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