Der NABU hat den Gartenrotschwanz zum "Vogel des Jahres 2011" bestimmt.

Biotopschutz ist Artenschutz! Wie in jedem Jahr will er mit seiner Wahl auf die Gefährdung eines Lebensraums aufmerksam machen – nämlich auf die Zerstörung der Streuobstwiesen. Streuobstwiesen bedeuten Lebensraum aus Menschenhand. Noch bis in den 1960er-Jahren waren unsere Dörfer von einem fast geschlossenen Gürtel hochstämmiger Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pfirsich- oder Pflaumenbäumen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher, vor allem “alter” Sorten umgeben.

Landwirtschaftliche Mehrfachnutzung - Obsterzeugung, Heugewinnung, Viehweide, Imkerei, Nutzgarten - ist (war) typisch und schließt von daher die Anwendung von Pestiziden und Kunstdünger aus.
Landwirtschaftliche Mehrfachnutzung - Obsterzeugung, Heugewinnung, Viehweide, Imkerei, Nutzgarten - ist (war) typisch und schließt von daher die Anwendung von Pestiziden und Kunstdünger aus (Fotos Obstwiesen: www.ag-streuobst.de).

Vor allem ältere Streuobstwiesen haben ihren ökologischen Wert speziell in ihrem großen natürlichen Höhlenreichtum und Totholzanteil und gehören deshalb zu den artenreichsten Biotopen für viele Vogelarten (wie z.B. Gartenrotschwanz, Steinkauz, Wendehals, Specht, Feldsperling, Stieglitz, Sumpfmeise, Raubwürger, Dompfaff, Gartenbaumläufer …),

Gimpel oder Dompfaff
Gimpel oder Dompfaff
Distelfink oder Stieglitz
Distelfink oder Stieglitz
Neuntöter oder Rotrückenwürger
Neuntöter oder Rotrückenwürger
Gartenbaumläufer
Gartenbaumläufer

für Säugetiere (wie Igel, Marder, Wiesel, Mäuse …), Hautflügler, Schmetterlinge, Insekten, Spinnen,

Admiral
Admiral

vor allem eine Vielzahl typischer Wiesenblumen (Löwenzahn, Ehrenpreis, Kamille, Schafsgarbe, Malve, Flockenblume, Wilde Möhre,  …).

Wilde Möhre
Wilde Möhre
Löwenzahn (Foto: M. Jacobs)
Löwenzahn (Foto: M. Jacobs)

In den vergangenen Jahrzehnten haben nun ausufernde Ortsrandbebauung, Gewerbe- und Industrieansiedlung, Einsatz zu großer Landmaschinen, falsch verstandenes Konsumverhalten (“ich will nur makelloses Obst”) diesen Biotoptyp bedrohlich dezimiert mit den zwangsläufigen Konsequenzen (“Rote Liste” – “Vom Aussterben bedroht”). Streuobstwiesen zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Biotopen Mitteleuropas.

StreuobstwieseHier möchte der NABU RSK gegensteuern und ein Zeichen setzen, sich dieses historischen Kulturgutes wieder zu besinnen: Die Gemeinde Gangelt hat uns eine Obstwiese mit rd. 33 Obstbäumen zur Verfügung gestellt. Am 26.03., ab 10.00 h, soll dieses Zeichen gesetzt werden z.B. durch Pflanzen 7 neuer Hochstammobstbäume (gestiftet von der Baumschule Barkowski), Montage einer “Infotafel Streuobstwiesen”, Montage von Nisthilfen (für Steinkauz, Gartenrotschwanz, andere Höhlenbrüter), Aufstellen von Ansitzkrücken (für Greifvögel), Obsbaumschnitt vor Ort, Pflanzen von bienen- und vogelfreundlichen (Windschutz-) Heckengehölzen

Man findet den "Tatort" im "Gewerbegebiet Gangelt-West" (wenn man am Kreisverkehr auf der B56 (Gangelt-Süsterseel) nach Mindergangelt abbiegt, beim folgenden Kreiusverkehr also geradeaus fährt, um dann nach rd. 250 m nach rechts in einen Wirtschaftsweg einbiegt (also praktisch hinter den letzten Häusern bzw. Fabrikgebäuden rechts in der Feldlage).Man findet den “Tatort” im Gewerbegebiet “Gangelt-West“, wenn man am Kreisverkehr auf der B56 (Gangelt – Süsterseel) nach Mindergangelt abbiegt, beim folgenden Kreisverkehr geradeaus fährt, um dann nach rd. 250 m nach rechts in einen Wirtschaftsweg einzubiegen (also praktisch hinter den letzten Häusern bzw. Fabiken rechts in der Feldlage).

Herzliche Einladung am Erhalt dieses "Traums" mitzuarbeiten! (Also an Spaten/Schaufel, Treppenleiter, Rosenschere, Handschuhe, "Motteck", Drahtschere ... und vor allem Spaß an der Arbeit an frischer Luft mitbringen!

PS:  Der NABU RSK hat spezielle Nisthilfen für den Gartenrotschwanz (u.a. ovales Einflugloch) gebaut und bietet sie Interessierten zum Selbstkostenpreis an.

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