Bitte an hiesige Landwirte, bei der Getreideernte auf Rohrweihenbrut zu achten

In diesem Jahr werden im Bereich Selfkant, Gangelt und Waldfeucht regelmäßig Rohrweihen beobachtet. Rohrweihen sind bei uns in NRW selten und werden in der Roten Liste als gefährdet (Kat.3) geführt.

Foto: Josef Ars

Rohrweihe brüten normalerweise im Schilfgürtel von Feuchtgebieten. Aber da dieser Lebensraum immer weniger wird, finden in zunehmend Bruten auch in Getreidefeldern statt. Aufgrund der regelmäßigen Sichtungen ist davon auszugehen, dass auch bei uns irgendwo in der Feldflur eine Brut stattfindet. Das Problem ist allerdings, dass ihre Jungen erst Ende Juli bis Mitte August ausfliegen. Nicht selten führt das dann durch die Ernte zum Totalverlust.

Trotz verstärkter Beobachtungsarbeit konnten Mitarbeiter des NABU bis heute noch kein Getreidefeld mit einer möglichen Brut entdecken.

Von daher geht kurz vor der Ernte die Bitte an unsere Landwirte, beim Mähen vom Mähdrescher aus auf ein mögliches Rohrweihennest zu achten. Bei einem Durchmesser von ca. 80cm mit 3-4 Jungvögeln drin, besteht berechtigte Hoffnung, das Nest vorher zu entdecken.

Idealerweise lässt man dann möglichst eine ca. 30 x 30m große Getreideinsel um das Nest stehen, damit die Altvögel die Jungen weiter versorgen können. Der Ernteverlust wird zu 100% ausgeglichen, dafür verbürgt sich der NABU.

Wichtig ist im Fall einer Entdeckung einer Brut, auch umgehend den NABU (02456-2358 oder 02456-504133,  …    ) oder die Untere Naturschutzbehörde des Kreises zu informieren, um ggf. das Gelege noch weiter zu sichern z.B. vor Bodenprädatoren.

Es wäre schön, wenn es zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft kommen könnte.

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