Neue Arbeitsgruppe der NABU-Ortsgruppe Rode-, Saeffel- und Kitschbachtal hat im zweiten Jahr die Kopfweiden in Tüddern geschnitten

Seit vergangenem Jahr hat sich eine Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Ortsgruppe RSK zusammen getan, um die Kopfweiden in Tüddern in der Gemeinde Selfkant „im Pech“, direkt neben dem niederländischen Naturgebiet „Schwienswei“ zu pflegen. Am 27.10.08 traf man sich gut gelaunt um den mächtigen Bäumen zu Leibe zu rücken. Das hört sich schlimmer an als es ist! Denn die Kopfweidenpflege ist Naturschutz pur! Würde man diese nicht in regelmäßigen Abständen „auf den Kopf“ setzen, so würden die Bäume einen der nächsten Stürme nicht überleben und auseinander brechen.

Kopfweidenpflege ist harte und gefährliche Arbeit
Kopfweidenpflege ist harte und gefährliche Arbeit

Um dies zu verhindern, werden sie geschnitten. Einen aus Seiten des Naturschutzes tollen Nebeneffekt hat das ganze natürlich auch. Eine alte Kopfweide bietet vielen Lebewesen Unterschlupf und Nahrung. So ist sie Heimat für viele Moose, Algen, Flechten und Pilze. An den Schnittstellen beginnt das Holz zu faulen (keine Bange, davon stirbt der Baum nicht!) und hiervon profitieren die verschiedensten Aufsitzerpflanzen, die sich im schon vermodernden Holz im Kopf des Baumes ansiedeln können. Doch auch die Vogelwelt findet in den durch Fäulnis gebildeten Löchern Unterschlupf und Nistmöglichkeit. Durch den Erhalt und die Pflege von Kopfbäumen werden natürliche „Nistkästen“ geschaffen, die in der Natur nicht häufig genug vorkommen können. Über diese „Nistkästen“ freuen sich nicht nur Meisen, Kleiber und Feldsperlinge, sondern ganz besonders der schon recht seltene Steinkauz bezieht gerne Quartier in einem Solchen. Auch einige Säugetiere nutzen die Kopfweide als Kinderstube und Versteck. So trifft man nicht selten in alten Bäumen Fledermäuse an, die hier ihre Jungen großziehen. Als wichtige Vertreter der Kopfbaumbewohner sind unbedingt die Insekten anzusprechen. Diese leben im und auf dem Baum und sind gleichzeitig für zahlreiche andere Tiere Nahrungsgrundlage. Sogar Insekten der roten Liste wie der Weber- und Moschusbock sind von der Kopfweide abhängig! Man sieht also, wie wichtig der Erhalt unserer Kopfweiden ist. Außerdem ist sie als Kulturerbe aus unserer Landschaft kaum mehr wegzudenken, gibt sie dieser doch ihren ganz persönlichen Charakter.

Es ist geschafft!
Es ist geschafft!

Wer mehr über die Arbeit der Ortsgruppe RSK wissen möchte oder sich in einer der Arbeitsgruppen (Naturfreunde Schalbruch – Eiländchen / Arbeitsgruppe Selkant -Tüddern – Kopfweidenpflege, Betreuung der Krötenzäune, Arbeitsgruppe Gangelt – Kopfweidenpflege, Biotoppflege, vogelkundliche Führungen durch den Naturpark Rodebach-Roode Beek / Arbeitsgruppe Steinkauzschutz – Kartierung von Steinkäuzen, Nistkastenbau, Nistkastensäuberung, Nistkastenanbringung in Gangelt, Waldfeucht und Selfkant) aktiv beteiligen möchte, der wende sich doch bitte an: Thomas Henkens, Tel.: 02456/4415.

Oder man kommt zum Stammtisch, der immer am zweiten Dienstag im Monat im Hastenrather Hof in Gangelt – Hastenrath stattfindet!

Ihnen hat dieser Beitrag gefallen?

Das könnte Sie auch interessieren:

Ein seltener Gast

Ein seltener Gast Eine Beobachtung von Dieter Scherrers  In der vergangenen Woche hat Dieter Scherrers eine Beobachtung gemacht, die für unsere Region mit Sicherheit eine

Aus der Singvogelpflegestation

Aus der Singvogelpflegestation Ein Bericht von Silke Beckers In diesem Jahr habe ich 581 (!!) Vögel aufgenommen. Aufgrund der großen Menge der hilfsbedürftigen Vögel hatte

Arbeiten zum Erhalt der Heide

Arbeiten zum Erhalt der Heide Heidelandschaften können nur durch eine ständige Pflege der Heideflächen erhalten werden. Ohne Pflegemaßnahmen würde die Heide verbuschen und in kürzester