Kirche St. Lambertus in Höngen bietet Schleiereulen ein Zuhause (P.Hamacher)

An die NABU Gruppe Selfkant war seitens der Pfarrgemeinden Selfkant der Wunsch angetragen worden, ob nicht auch in den Türmen der Kirchen unter anderem St. Lambertus in Höngen die Schleiereule heimisch werden könnte. Nur wenige Tage nach der ersten Besichtigung der Örtlichkeit haben Friedel van Heel, Hermann Josef Schmitz, Thomas Henkens und Peter Hamacher oben auf der 3. Etage einen Schleiereulenkasten angebracht.

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Besonders Schleiereulen leiden heute unter großer Wohnungsnot, weil viele ehemalige Brutplätze (Scheunen, Kirchen, Speicher) nicht mehr zugänglich sind. Kirchen gehörten früher zu den bevorzugten Räumlichkeiten, weil sie ihnen sichere und störungsfreie Brutgelegenheiten und Tageseinstände boten. Nicht zufällig heißt die Schleiereule in den Niederlanden Kerkuil. Mit Zunahme der verwilderten Haustauben, die dann auch in diese Räumlichkeiten gelangten und viel Schmutz verursachten, wurden die Zugänge rigoros verschlossen. Infolgedessen nahm auch der Bestand der Schleiereule stärker ab.

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Von außen kaum sichtbar

Von außen kaum sichtbar

In unserer Ortgruppe ist der Schutz der einheimischen Eulen ein Arbeitsschwerpunkt. Eine Arbeitsgruppe betreut z.Zt. über 100 Steinkauzröhren und mehr als 20 Schleiereulenkästen. Dadurch hat sich zumindest bei uns der Bestand von Steinkauz und Schleiereule gut erholt.

Für die Bestandsentwicklung spielt natürlich auch die Erhaltung ihrer Lebensräume, wo Eulen genügend Nahrung finden können,  eine entscheidende Rolle. Nicht nur sie leiden unter der Intensivierung der Landwirtschaft, speziell durch Umbruch von Grünland in Ackerland. Daneben spielen aber auch noch verkehrstechnische Verluste eine nicht unerhebliche Rolle für den landesweiten Bestandsrückgang.

Inzwischen steht das Thema  Artenschwund weit oben auf der umweltpolitischen Agenda. Auch die Kirche muss sich der Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Ressourcen stellen. Dies ist eine ihrer ureigenen Aufgaben. Das Öffnen der Kirchtürme z.B. für Schleiereulen ist ein richtiger Beitrag hierfür.

Wir vom NABU können uns aber noch weiter gehende Möglichkeiten der Zusammenarbeit vorstellen, wenn es darum geht, Gottes Schöpfung zu bewahren.

 

 

 

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