Endlich hat unser Storch aus Mindergangelt ein Überwinterungsquartier gefunden.

Nachdem „unser“ Storch ca. 3 Monate im Natuurhulpcentrum Opglabbeek gesundgepflegt wurde (siehe Bericht vom 11.9.2016), versuchten wir ihn am 23.Oktober (siehe Bericht vom 28.10.2016) im Gangelter Bruch auszuwildern. Schnell wurde uns jedoch klar, dass er zwar gesund, jedoch für eine Reise in den Süden noch nicht fit genug war. Er stolzierte zwar nahrungssuchend über die Wiesen, hatte aber absolut keine Kondition, um zu fliegen.

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Schließlich fing ich ihn am Abend wieder ein und setzte ihn für einige Zeit in die große Voliere der Greifvogel- und Eulenpflegestation. Zunächst nahm ich Kontakt mit der Storchenpflegestation Wesermarsch auf. Hier sagte man mir, wie man einen Storch auf seine Freilassung vorbereitet, wenn er nicht fit genug ist, mit seinen Artgenossen nach Süden zu fliegen, um dort den Winter zu verbringen.

Die Storchenpflegestation Wesermarsch verfügt über eine riesige eingezäunte Wiese. Diese Wiese ist vor Füchsen und anderen Räubern geschützt. Jedoch befindet sich kein Netz oder ein evtl. Dach über der Anlage. Das heißt also, dass alle hier aufgepeppelten Störche nach deren Genesung davonfliegen können wann immer sie wollen. Damit unser Storch an Kondition gewinnt, muss er mit den Flügeln schlagen, laufen, laufen… und natürlich futtern! Und genau das kann er hier machen. Das gute dabei: Er ist nicht der einzige Storch in dieser Anlage. So kann er auch die sozialen Kontakte üben, die für seine Entwicklung ebenfalls bedeutend sind. Doch Bremen ist eine sehr weite Strecke und bedeutet für unseren Storch viel Stress.

Durch Herrn Delling von der unteren Landschaftsbehörde erfuhr ich von einer ähnlichen Anlage, die sich mitten im schönen Effeld im Kreis Heinsberg befindet. Schnell nahm ich Kontakt mit dem ehrenamtlichen Tierpfleger, Herrn Staas auf. Wir machten einen „Übergabetermin“ aus.

Also ging es zuvor mit Franz Oschmann wieder nach Opglabbeek, um den Storch abzuholen. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei der Mannschaft des Natuurhulpcentrums und hier besonders bei Drieß, meinem Kontaktmann für deren Bemühungen bedanken!

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Schließlich fuhr ich am 8.11.2016 mit dem Storch „im Gepäck“ nach Effeld. Zunächst führte uns Herr Staas durch seine Anlagen. Sofort konnte ich sehen, dass die Familie, besonders unter den wachsamen Augen des Sohnes Lutz , alles im Griff hat. Die Tiere werden alle artgerecht und äußerst gepflegt gehalten. Für mich und Herrn Delling also keine Bedenken, den Storch in deren Obhut zu geben. Nun lebt unser Storch gemeinsam mit drei anderen Störchen auf einer großen Wiese, eingezäunt und somit vor Fuchs und co. geschützt. Er hat die Federn auf einer Seite gestutzt bekommen, damit er nicht zu früh wegfliegen kann. Denn genau dies würde seinen sicheren Tod bedeuten! Er wird nun auf dieser Wiese seine Kondition aufbauen und nach Würmern und anderem Getier nach Storchenart suchen können. Etwa im März ist er durchgemausert und hat ein neues Federkleid. Nun darf er selbst entscheiden, ob er mit den Jungstörchen vom nächsten Jahr gen Süden zieht. Flugfähig sollte er dann sein!

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An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Familie Staas bedanken!

Auf dass unser Storch im nächsten Jahr seine Freiheit zurückbekommt!

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