Plaggen (oder Schoppern) von Heideflächen

In Gangelt-Mindergangelt gibt es noch selbst für den Kreis HS 2 seltene kleine Heideflächen, die wohl nur deshalb hier überlebt haben, weil sie das Glück hatten, nicht "beizeiten aufgeforstet" worden zu sein wie alle umliegenden (pot. Heide-) Bereiche (hier an der ehemal. Transitstraßee). Der hier noch vorkommende, äußerst seltene und fast einmalige Kolbenbärlapp wurde vor der Aktion entspr. markiert.!?

In Gangelt-Mindergangelt gibt es noch selbst für den Kreis HS 2 seltene kleine Heideflächen, die wohl nur deshalb hier "überlebt" haben, weil sie das "Glück hatten", nicht "beizeiten aufgeforstet" worden zu sein wie alle umliegenden (pot. Heide-) Bereiche (hier an der ehemal. Transitstraße)!? Der auf dieser Fläche noch vorkommende, äußerst seltene und im Kreis fast einmalige Kolbenbärlapp (Rote-Liste-Art) wurde vor der Aktion entspr. von uns markiert.

2. Heidestück am großen Parkplatz zum Wildpark Gangelt. Beide Flächen wurden im Vorfeld "entkusselt": Alle Heidelandschaften sind eigentlich durch Menschenhand entstanden, weil er immer schon per Hand (mit Spaten oder Motorsäge oder einfaches Herausziehen) diese Flächen freigehalten hat von aufkommenden Pionierbaumarten wie Kiefer, Birker, Erle, Brombeere ... Würde die Heide wieder sich selbst überlassen, würde sie sich auch wieder zu Wald (rück-) entwickeln; das sog. Entkusseln verhindert also diesen Prozess..

Das 2. Heidestück am großen Parkplatz zum "Wildpark Gangelt". Beide Flächen wurden im Vorfeld "entkusselt": Alle Heidelandschaften sind ja eigentlich durch Menschenhand entstanden, weil er immer schon per Hand (mit Spaten oder Motorsäge oder einfaches Herausziehen) diese Flächen freigehalten hat von aufkommenden Pionierbaumarten wie Kiefer, Birke, Erle, Brombeere ... Würde die Heide wieder sich selbst überlassen, würde sie sich auch wieder zu Wald (rück-) entwickeln; das sog. "Entkusseln" verhindert also diesen Prozess.

Ökologisch "Wertvolles" wurde -wie schon gesagt- vor dem Plaggen markiert: Kolbenbärlapp,

Ökologisch "Wertvolles" wurde -wie schon gesagt- vor dem Plaggen markiert: Kolbenbärlapp,

Glockenheide (hier wurde seitens des Forstamtzes markiert)

Glockenheide (hier wurde seitens des Forstamtes vorher markiert),

G. während der Blütezeit (Foto: Wikipedia)

G. während der Blütezeit (Foto: Wikipedia)

Abplaggen ist die intensivste Form von Heidepflege; sie muss dann durchgeführt werden, wenn die Heidefläche bereits Humusauflagen von über 3 cm Aufweist und stark "vergrast" (s.u.). Geschah dies früher mittels einer Plaggenhacke, bedient man sich heute Maschinen, die bestehende Vegetation und Humusschicht bis zum Erreichen des Mineralbodens abschiebt oder abbaggert.

Abplaggen ist die intensivste Form von Heidepflege; sie muss dann durchgeführt werden, wenn die Heidefläche bereits Humusauflagen von über 3 cm aufweist und stark "vergrast" (s.u.). Geschah dies früher mittels einer Plaggenhacke, bedient man sich heute Maschinen, die die bestehende Vegetation und Humusschicht bis zum Erreichen des Mineralbodens abschiebt.

Kräftige, "intakte" Heidepflanzen wurden ausgespart.

"Kräftige" Heidepflanzen wurden ebenfalls ausgespart.

die sog. Besenheide zur Blütezeit     (Fot: Wikipedia)

Besenheide zur Blütezeit (Foto: Wikipedia)

P1040909

In großen Heideflächen wird heute noch anfallende ;Material bei kostenloser Anlieferung an die Landwirte das Abgeplaggte Material auf die Ackerflächen zw. Humusanreicherung aufgebracht.

In großen Heideflächen wird heute noch anfallendes Material bei kostenloser Anlieferung an die Landwirte auf die Ackerflächen zw. Humusanreicherung aufgebracht (hier: Zwischenlagerung bis zum Abtransport).

Statt farbenprächtig blühender Besen- oder Glockenheide sehen viele Heiden so aus (so auch in Mindergangelt): Sie sind vergrast, ertsickend mit Pfeifengras ("Drahtschmiele")  durchsetzt.

Statt farbenprächtig blühender Besen- oder Glockenheide sehen viele Heiden so aus (so auch in Mindergangelt): Sie sind "vergrast", erstickend mit Pfeifengras (oder Drahtschmiele) durchsetzt.

Pfeifengras ist dabei, den Standort des Kolbenbärlapps zu "erobern". Hauptursache ist die Anreicherung von Rohhumus, die immer dann entsteht, wenn sich ohne  optimale Pflegemaßnahmen abgestorbenes Pflanzenmaterial anammeln konnte (Mahd mit anschließendem Entfernen des Mähguts, kontrolliertes Abbrennen, Einsatz bvon Heidschnucken ...).

Pfeifengras ist dabei, den Standort des Kolbenbärlapps und der Glockenheide (re.) zu "erobern". Hauptursache ist die Anreicherung von Rohhumus, die immer dann entsteht, wenn sich ohne optimale Pflegemaßnahmen abgestorbenes Pflanzenmaterial ansammeln konnte (Mahd mit anschließendem Entfernen des Mähguts, kontrolliertes Abbrennen, Einsatz von Heidschnucken ... könnten es verhindern).

Streu von Besenheide, Kiefern und Fichten ist sauer, kann deshalb von Humusstoffe abbauenden Bodenlebewesen schlecht abgebaut werden.

Streu von Besenheide, Kiefern und Fichten ist sehr sauer, kann deshalb von Humusstoffe abbauenden Bodenlebewesen nur schlecht abgebaut werden.

2.Problem, das an der Vergrasung beteiligt ist: Stickstoffeinträge aus der Luft (Auto- und Industrieabgase, landwirtschaftliche Überdünmgung und Massentierhaltung ... verunreinigen die Atmosphäre mit Stickstoff.

2.Problem, das an der Vergrasung beteiligt ist: Stickstoffeinträge aus der Luft (Auto- und Industrieabgase, landwirtschaftliche Überdüngung und Massentierhaltung ... verunreinigen die Atmosphäre mit Stickstoff).

Der Standort einer 2. Rote-Liste-Art soll durch das Abplaggen hier auf der GHeide gesichert werden: Stechginster.

Der Standort einer 2. Rote-Liste-Art soll durch das Abplaggen hier auf der Heide gesichert werden: Stechginster. (Foto: Wikipedia)

Die Rohhumusauflagen sind beseitigt.

Die Rohhumusauflagen sind beseitigt (vorne Kolbenbärlapp-, hinten Glockenheidebestände).

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So wie im Vordergrund soll zukünftig Besenheide wieder prägend sein.

So wie im Vordergrund soll zukünftig Besenheide wieder prägend sein.

Vor rd. 20 Jahren wurden die beiden Heideflächen schon einmal abgeplaggt.  Damals hatt der Befall durch das sog. Heidehähnchen (Heidefraßkäfer), die Heide absterben lassen: Schon im folgenden Jahr waren die ersten kräftigen Jungpflanzen zu beobachten. Es wird also spannend in 2012!?

Vor rd. 20 Jahren wurden die beiden Heideflächen schon einmal abgeplaggt. Damals hatte der Befall durch das sog. Heidehähnchen (Heidefraßkäfer), die Heide absterben lassen: Schon im folgenden Jahr waren die ersten kräftigen Jungpflanzen durch Neuaustrieb oder Neukeimung zu beobachten; denn Samen der Besenheide z.B. können bis zu 100 Jahre im Boden keimfähig bleiben.

„Nur in der Armut blühen sie auf!“

Reichern sich Nährstoffe im Boden an, verlieren Sand- und Moorheiden als Hungerkünstler ihre Konkurrenzkraft gegenüber z.B. Pfeifengras oder Drahtschmiele, eingesamte Kiefern, Birken u.ä. bekommen die Oberhand, es würde sich wieder Wald bilden.                     Nach etwa 3 Jahren müsste/wird man die Erfolge des Abplaggens beobachten können. Spannend!

One thought on “Plaggen (oder Schoppern) von Heideflächen

  1. War auf der Suche, was plaggen bedeutet und bin hier bei euch gelandet. Auf der Insel Hiddensee hat der NABU in der Dünenheide auch geplaggt (heisst das so?), da die Gefahr bestand, dass die Heideflächen verbuschten.

    Vielleicht könnt ihr ja mal ein aktuelles Bild vom heutigen Zustand online stellen?

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